Emil Krausz .  Maler

 

 

17. April 1897/St. Pölten - 19. Mai 1930/Paris

 

1910:

Übersiedlung der Familie von St. Pölten nach Graz.

 

1912:

Mit 15 Jahren Beginn des Studiums an der Landeskunstschule Graz bei Alfred von Schrötter (Malerei).

 

1913:

Erstes Steierisches Landesstipendium. Sechsmonatiger Aufenthalt in der „Künstlerkolonie Dachau“. Die „Kolonie“ war ein beliebter Treffpunkt der Münchener Landschaftsmaler und vor allem im 19. Jahrhundert ein einflussreiches Zentrum der Freilichtmalerei.

 

1914

Wiener Akademie der Bildenden Künste. Schüler von Rudolf Jettmar (Malerei und Radierung).

 

Zweites Steierisches Landesstipendium. Reisen nach Istrien und Dalmatien.

 

1915:

Mit 18 Jahren Einberufung zum Militär. Kriegsteilnahme bis 1918, zuletzt als „Leutnant des heimischen Schützenregiments Nr. 3“ an der Front.

 

1919:

Rückkehr an die Wiener Akademie. Meisterschüler von Ferdinand Schmutzer (Meisterschule für Graphik).

 

1921:

Goldene Füger-Medaille.

 

1921/22:

Aufenthalt in Deutschland und den Niederlanden.

 

1922:

Heirat mit Elisabeth („Erzsi“) Neumann in Graz.

 

1922/23:

Berliner Akademie. Studium bei Alexander Archipenko, bei dem er für ein Jahr einen Atelierraum gemietet hatte, der Aufenthalt war aber offenbar kürzer als geplant. Aus dieser Zeit sind zwei Grafikarbeiten bekannt (beide mit „Akt“ betitelt, 1922), die 1931 in der Grazer Gedächtnisausstellung gezeigt wurden.

 

 

1923:

Unterbrochen von einigen Reisen lebte er ab September 1923 bis Mitte 1929 mit seiner Frau auf Sizilien in der Nähe von Palermo. Zunächst im Fischerdorf Aspra, ab 1926 in Santa Flavia. Intensive Auseinandersetzung u.a. mit den Werken von van Gogh, Cézanne und Renoir. Im Mai 1926 schrieb er aus Palermo an seinen acht Jahre jüngeren Bruder Franz, zu dem ihn eine lebenslange enge Beziehung verband: „ ... ich fühle immer mehr, wie ich technische Schwierigkeiten leichter überwinde und freier werde.“ Sein Bruder versorgte ihn von Wien aus mit Lektüre und den neuesten Informationen über den Kulturbetrieb.

 

Er beschäftigte sich u.a. mit dem französischen Philosophen Henri Bergson („das Leben ist nur durch Intuition begreifbar“), dem italienischen Humanisten und Historiker Benedetto Croce („nur Ausdruck und Form machen den Künstler aus“). Er las u.a. Homers „Odyssee“, die „Ilias“, Platons „Gastmahl“, Goethes „Italienische Reise“, Heinrich Heine und - Jack London.

 

Viele seiner wichtigen Arbeiten (Ölbilder, Grafiken, Zeichnungen) entstanden. Dorf- und Alltagsszenen wie z.B. „Die Netzflickerin“ (o.J., Öl, das sich noch 1970 im Besitz der Familie Daneu in Palermo befand), Porträts, Stilleben und vor allem Landschaftsbilder, darunter „Die Barken an der Cala(1926, Öl), später von der Stadt Graz angekauft, „Die Bucht von Termini“ (1927, Öl), für das er den Österreichischen Staatspreis bekam. Immer wieder widmete er sich einem seiner bevorzugten Motive: Eisenbahnlandschaften, u.a. „Zug nach Messina“ (Öl, 1924), „Bahnlandschaft Torre Muzza“ (Öl, 1925), „Eisenbahndamm bei Sta. Flavia“ (Öl, 1929, heute im Besitz der Neuen Galerie, Graz).

 

 

Elisabeth + Emil Krausz / Sizilien ca. 1925

© Michael Krausz, Tel Aviv

 

 

1925:

Mitglied der Grazer Sezession.

 

Im Sommer Anfertigung von zwei Gemälden für die „Grazer Arbeiterkammer“. Im gleichen Jahr Teilnahme an der Grazer Herbstmesse im Rahmen der Kollektivausstellung Steierische Kunstschau“. Ausstellende Künstlervereinigungen waren: Der Steiermärkische Kunstverein, die Genossenschaft der bildenden Künstler Steiermarks, der Steierische Künstlerbund sowie die Grazer Sezession. Sie war vertreten mit Arbeiten von Wilhelm Thöny, Alfred Wickenburg, Erich Hönig, Paul Schmidtbauer, Hanns Wagula und Emil Krausz (er signierte häufig auch mit Krauss oder Kraus). Das Vorwort zu dieser Ausstellung schrieb u.a. Dr. Karl Garzarolli-Thurnlackh, der einige Zeichnungen von ihm besaß.

 

Emil Krausz zeigte sechs Ölbilder: Zwei sizilianische Landschaften (unverkäuflich), zwei Stilleben (betitelt mit „Stilleben I“ und „Stilleben II“), „Landschaft mit rotem Haus“ (unverkäuflich), und „Steinbruch“. Weiterhin waren drei unbetitelte „Handzeichnungen“ ausgestellt, von denen eine ebenfalls als unverkäuflich ausgewiesen war.

 

 

Sizilianische Landschaft, Öl, 1926 (Ausschnitt).

Angeboten durch die Galerie Kunst&Handel, Graz

 

Herbst 1926

Teilnahme an der 3. Jahresausstellung der Grazer Sezession. Er entschloss sich in letzter Minute zur Teilnahme, schickte „in einer Mondscheinnacht“ zehn Landschaftsbilder von Palermo über Triest nach Graz. Elisabeth Krausz schrieb im November 1929 an Franz Krausz in Berlin: „Wir sind in diesen Tagen recht froh, denn die Berichte über die Ausstellung sind äußerst erfreulich, wie wir aus den Berichten der Kollegen und auch sonst hören. Auf eine grosse Landschaft ist sogar ein Interessent da ... . Auf jeden Fall können wir über die Erfolge sehr zufrieden sein, ... .“

 

Als Mäzene scheinen Grete und Fritz Blaskopf („Modellhaus Schwarz“ in der Herrengasse) schon von Beginn an eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Fritz Blaskopf gehörte zu den Gründungs- und Stiftungsmitgliedern der Sezession. Elisabeth Krausz hatte noch 1970 von London aus brieflich Kontakt zu Grete Blaskopf, die zu dieser Zeit in Wien lebte und mit Walter Koschatzky befreundet war.

 

1928:

Österreichischer Staatspreis

 

1929:

Mitte des Jahres: Auflösung des Haushalts in Santa Flavia. Umzug nach Paris. Geplant war ein Aufenthalt in Südfrankreich, der verschoben wurde, vielleicht aus persönlichen Gründen. Seine Mutter war im August in Graz verstorben.

 

Ab Oktober wohnten sie zunächst im „Hotel Paris Notre Dame“ 5, Rue Lagrange. Die Strasse liegt zwischen dem Boulevard Saint-Germain und dem Quai Montebello an der Seine im Quartier Latin. Die Faszination und Inspiration, die Paris von Anfang an auf ihn ausübte, führte zu einer geradezu explosionsartigen Produktivität. Elisabeth Krausz schrieb im August 1930, sie habe ihn noch nie „so glücklich, arbeits- und lebensfroh“ gesehen wie in dieser Zeit.

 

 

Sizilianische Landschaft, Öl, o.J. (Ausschnitt)

Stadtmuseum St.Pölten

 

 

Er arbeitete fast ununterbrochen, war ständig auf Motivsuche, in der Innenstadt und in den Vororten (Meudon, Versailles, Fonteney, Sèvres). Immer wiederkehrende Motive: Stadtansichten von Paris, Gebäude, Straßenzüge, Seine-Brücken, Bahnhöfe, Eisenbahnlandschaften. Kurze Reisen scheinen ihn nach Rouen (Grafik „Rouen“, 1929) und Chartres (Landschaft bei Chartres, Öl, 1930) geführt zu haben. Elisabeth Krausz im November: „Wir sind den ganzen Tag unterwegs und kommen nicht zum schreiben, ... .“

 

Legt man allein die in der Gedächtnisausstellung 1931 gezeigten Arbeiten zugrunde, enstanden von Oktober bis Dezember 1929 mindestens sieben Grafiken, ferner elf Zeichnungen und ein Ölbild: „Fonteney“. Häufig handelte es sich auch um Vorlagen für die 1930 enstandenen Ölbilder.

 

 

 

1930:

Ab Frühjahr 1930 Wohnung und Atelier in Bellevue/Meudon, ein damals ländlicher Vorort mit schneller Anbindung an das Pariser Zentrum. Er schrieb im April 1930 an seinen Bruder: „Ich freue mich, meine altgewohnte sizilianische Lebensweise weiterführen zu können und empfinde die gute Luft und Ruhe im Kontrast zu Paris sehr wohltuend und dabei doch den Kontakt mit seiner künstlerischen Atmosphäre zu haben ist mir sehr wertvoll.“

 

 

 

Von Januar bis Mai 1930 entstanden neben zwei Zeichnungen („Kleiner Garten in Paris“ „Paris“), sechsundzwanzig Grafiken und zwanzig Ölbilder (u.a.: „Montmartre“, „Seine-Landschaft“, „Justizpalais Paris“, „Samaritaine“, „Kleiner Park bei Paris“ „Alte Häuser in Paris“ „Blick auf Paris“ und seine spätestens seit 1924 bekannten und bevorzugten Bildmotive: „Rangierbahnhof“, Rangierbahnhof bei Paris“, „Bahnhof von Montparnasse“). Nicht einbezogen sind sonstige Skizzen und Entwürfe.

 

Teilnahme an der 6. Jahresausstellung der Grazer Sezession. Er zeigte Sizilien-Bilder und Pariser Arbeiten. Die Ausstellung ging später nach München und Berlin. Er scheint in Paris geblieben zu sein, Elisabeth Krausz war in Graz und schrieb im April 1930 an Franz Krausz: “Die Ausstellung war sehr interessant, und der moralische wie nötige finanzielle Erfolg sehr erfreulich, besonders der Ankauf von der Stadtgemeinde.“ Gemeint sind vermutlich die Ölbilder: „Die Barken an der Cala“, 1926, und „Bagheria“, 1929 (Verbleib heute unbekannt).

 

Emil Krausz, ca. 1928

© Michael Krausz, Tel Aviv

 

 

Überlegung, den Winter auf Sizilien zu verbringen.

 

Einladung zu einer Kollektivausstellung in den Tuilerien.

 

19. Mai 1930

Tod im Krankenhaus von Versailles. Eine Woche zuvor war er an einer leichten Angina erkrankt, verbunden mit heftigen Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, hervorgerufen durch einen Zahn-Abzess. Er wurde u.a. mit einem damals nicht erprobten Schlafmittel (Somnothyril) behandelt. Nach Einnahme des Medikaments bekam er starke Magenschmerzen und hohes Fieber. Er war bereits bewußtlos, als ihn der Notarzt in Begleitung seiner Frau am 19.5. mittags ins Krankenhaus einwies, wo er vier Stunden später starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Die Obduktion ergab eine „Zerreißung der Blutgefässe aus unbekannter Ursache“. Die nie geklärte Todesursache gab Anlass für öffentliche Spekulationen, auch einige Zeitungen in Paris beteiligten sich daran.

 

Freunde und Kollegen reagierten mit Bestürzung und Trauer auf die Todesnachricht. Übereinstimmend berichteten Zeitgenossen, dass er sich auf einem Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung befand. Wilhelm Thöny, der ihn als Künstler und Mensch sehr schätzte: (Er wurde aus) „ ... seiner rasch ansteigenden Bahn gerissen. So bleibt uns neben der Bewunderung für solchen Mut und Ernst ein Gefühl bitterer Trauer über sein Schicksal, das die Vollendung seines so verheissungsvollen Werkes nicht erlaubte.“

 

Juni 1930:

Gedächtnisausstellung in der Galerie Billiet Pierre-Vorms, 30, rue la Boétie. Es wurden ca. fünfzig seiner letzten Arbeiten gezeigt. Bei der Eröffnung anwesend waren neben vielen Kollegen und Freunden aus der „österreichischen Kolonie“ auch der österreichische Gesandte und Mitarbeiter der Gesandtschaft. Elisabeth Krausz schrieb im August 1930, dass diese Ausstellung „in jeder Weise schöne Erfolge“ brachte.

 

 

 

 

August 1930

Elisabeth Krausz hatte Paris verlassen und war nach Graz zurückgekehrt, wo sie bis 1938  seinen künstlerischen Nachlass verwaltete. Sie hatte sich schon während ihrer Ehe um Kontakte zu Museen, Galerien und Kunsthändlern gekümmert, sich nach geeigneten Atelierräumen umgesehen, die Materialbeschaffung organisiert. Im August waren die Arbeiten aus Paris in Graz eingetroffen, wo sie die ein halbes Jahr später stattfindende Gedächtnisausstellung bestückten.

 

Ende des Jahres kehrte Elisabeth Krausz in Begleitung ihres Bruder nach Paris zurück, um die Überführung von Emil Krausz nach Graz zu organisieren. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Graz begraben.

 

1931:

Februar bis April:

Kunsthalle Bern. Österreichische Ausstellung Kunst/Kunstgewerbe. Gezeigt wurden vier Arbeiten, davon drei aus Paris, (Kohle: „Strasse in Sèvres“ und „Bellevue“. Zeichnung: „Meudon bei Paris“) und eine Zeichnung aus Sizilien („Bagheria“).

 

22. März bis 22. April:

Gemälde-Ausstellung – Sezession Graz, Berlin

 

25. April bis Mai:

Auf Initiative von Wilhelm Thöny und mit Unterstützung der Landesregierung und der Stadt Graz widmete ihm die Grazer Sezession ihre 7. Jahresausstellung. Es war die grösste und letzte Präsentation seines Hauptwerkes:

 

1. Saal: 59 Grafiken aus den Jahren 1926-1930, darunter zwei Akt-Zeichnungen von 1922, die bei Archipenko entstanden.

2. Saal: 22 Gemälde aus den Jahren 1925-1930, Sizilianische Landschaften und einige Ölbilder aus der Pariser Zeit.

3. Saal: 12 Gemälde aus den Jahren 1924-1929, Sizilianische Landschaften, darunter u.a. „Die Bucht von Termini“ (1927).

4. Saal: 15 Gemälde aus den Jahren 1927-1930, darunter die letzten auf Sizilien entstandenen Arbeiten und die 1930 in Paris entstandenen Ölbilder.

Vitrinen:  26 Zeichnungen aus den Jahren 1926-1930 (Sizilien und Paris)

 

 

Sizilianische Landschaft, Öl, o.J.

 

In der Folge Ankäufe von öffentlichen und privaten Stellen. Möglicherweise fällt in diese Zeit der Ankauf von drei sizilianischen Landschaften (Öl) durch das „Kaufmännische Sanatorium („Merkur“) Eggenberg“. Das Sanatorium existiert nicht mehr. Bis heute ist ungeklärt, um welche Bilder es sich handelte und wo sie verblieben sind.

 

Gesichert ist, dass die Albertina drei Arbeiten ankaufte: Zwei Kohle- und eine Tuschezeichnung. Kohle: „Mädchenstudie“, für das seine Frau Elisabeth – wie häufig – Modell stand, und „Samaritaine Paris“. Tusche:Meudon. Studie“. Er signierte mit „Kraus“.

 

Elisabeth Krausz gibt an, dass die Stadt Graz ein weiteres Ölbild ankaufte: „Grosse Pariser Landschaft“, 1930. Möglicherweise handelt es sich dabei um eines der beiden in der Ausstellung mit „Blick auf Paris“ betitelte Bilder (Verbleib unbekannt).

 

 

 

1933:

Verleihung der Goldenen Medaille der Grazer Sezession.

 

Ausstellung zum 10jährigen Bestehen der Sezession. Neben vielen Gründungsmitgliedern gehörte Emil Krausz drei Jahre nach seinem Tod zu den ausgestellten Künstlern.

 

1938

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland gelang Elisabeth Krausz im letzten Moment die Flucht von Graz nach England. Im Juni 1938 schrieb sie an Franz Krausz nach Tel Aviv von ihrer grossen Sorge um die Bilder, die „vollkommen wertlos geworden sind ... und wer weiß, was damit geschieht.“ Sie deponierte sie aus Sicherheitsgründen bei einem – unbekannten -  Spediteur in Triest, wo sie von der Gestapo „beschlagnahmt“ wurden.

 

Der Verbleib dieser Bilder ist bis heute ungeklärt. Elisabeth Krausz hatte sie nach eigener Aussage nie veräussern wollen, um sie für Ausstellungen geschlossen zu halten. Mit einiger Sicherheit kann man davon ausgehen, dass es sich dabei auch – und möglicherweise sogar überwiegend - um seine letzten bedeutenden Werke aus Paris gehandelt hat. Viele sizilianische Arbeiten hatten schon zu seinen Lebzeiten und auch nach seinem Tod reguläre Käufer gefunden. Von Käufern der u.a. in Paris entstandenen zwanzig Ölbilder ist – bis auf eine Ausnahme – dagegen nichts bekannt („Grosse Pariser Landschaft“, Ankauf Stadt Graz).

 

1949:

Aufenthalt von Elisabeth Krausz in Graz, vermutlich, um sich vor Ort um die „verschwundenen“ Bilder zu kümmern. Sie erwähnt in einer ihrer letzten Notizen kurz vor ihrem Tod, dass man in Zeitungen und im Radio Aufrufe gestartet habe – erfolglos.

 

1952:

Letzte Erwähnung von Emil Krausz in einem Katalog des Grazer Stadtmuseums (konnte nicht recherchiert werden).

 

1970:

Vierzig Jahre nach seinem Tod versuchte Elisabeth Krausz mit Unterstützung von Grete Blaskopf von London aus eine Ausstellung in der Albertina zu organisieren. Sie kam nie zustande, da die noch vorhandenen Arbeiten „in alle Erdteile“ zerstreut bei verschiedenen Sammlern lagen (in Graz, Wien, Palermo, New York, Los Angeles, London, Tel Aviv und Haifa).

 

Januar 1990:

Elisabeth Krausz stirbt in London.

 

 

 

Um eine Fülle von Fussnoten im Text zu vermeiden, wurde auf Zitat- und Belegangaben verzichtet. Quellen:

 

Briefe:

Die zitierten Briefe befinden sich im Nachlass von Franz Krausz bei Michael Krausz, Tel Aviv. Es handelt sich um insgesamt 14 Briefe aus der Zeit von 1923-1970, die ausnahmslos an seinen Bruder Franz Krausz gerichtet waren, der über Wien, Berlin, Paris und Barcelona 1934 nach Palästina emigrierte. Drei Briefe von Emil Krausz sind erhalten (1923, 1926, 1929), elf Briefe schrieb Elisabeth Krausz (sie unterschrieb mit „Erzsi“, die Abkürzung der ungarischen Form von Elisabeth). Vereinzelt finden sich in diesen Briefen kurze persönliche Zeilen von Emil Krausz, der nach eigener Aussage kein großer Briefeschreiber war.

 

Nachrufe Paris:

Die u.a. Artikel konnten nicht recherchiert werden. Sie sollen sich jedoch weniger mit einer künstlerischen Würdigung befaßt haben, sondern vielmehr mit den mysteriösen Umständen seines plötzlichen Todes. Es wurde spekuliert, man könnte ihn vergiftet haben. Auf jeden Fall war es ein in Paris aufmerksam verfolgter „Pharma-Skandal“. L’Intrasigeant, 25.5.1930/Le Petit Parisien, 27.5.1930/La Liberté 28.5.1930/Semaine de Paris, 27.6.1930/Art vivant, 1.7.1930.

 

Nachrufe Graz:

Grazer Tagespost, 22.5.1930. (Konnte nicht recherchiert werden).

 

Grazer Tagespost, 10.6.1930. Artikel von „G.Sch.“, Graz (möglicherweise Gustav Scheiger, der langjährige Sekretär der Sezession): „Der mysteriöse Tod des Malers Krausz. Haltlose Verdächtigungen – Das unerprobte Schlafpulver. Ein Nachruf“. Der Verfasser muss das Ehepaar Krausz gut gekannt haben. Der ganzseitige Artikel gibt Aufschluss über den Krankheitsverlauf, Reaktionen auf seinen Tod, die Ausstellung bei Billiet und würdigt ihn als „einer unserer Hoffnungsvollsten“.

 

Grazer Tagespost, 28.6.1930. Artikel von Anny Gutmann, Paris: „Der Maler Emil Krausz. Zur Gedächtnisausstellung in Paris, Galerie Billiet“.

 

Grazer Volksblatt, 17.4.1937 (40. Geburtstag von Emil Krausz). Artikel von Dr. phil. Leo Bokh: „Der Maler Emil Krausz“.

 

 

Weitere Erwähnungen:

 

Aldrian, Trude, 1973. Chronik der Grazer Sezession, Graz. http://www.sime.com/sezession/50jahre.htm

 

Bestandskatalog der Österreichischen Galerie im Belvedere, 1995. Bd. 2:262. Wien

 

Daneu, M.A., Brief vom 9.5.1970 aus Palermo an die Neue Galerie. (Mappe Emil Krausz im Künstlerarchiv der Neuen Galerie Graz)

 

Eisenhut, Günter (Hg.), 2005. Franz Krausz. Pionier der Werbegrafik in Israel. Katalog zur Ausstellung der Neuen Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum vom 24.2. – 28.3.2005. Graz:21 ff.

 

Eisler, Max, 1932. Aus der Kunstwelt. Der Maler Emil Kraus. In: Menorah, Jüdisches Familienblatt für Wissenschaft, Kunst und Literatur. 10. Jg., Heft 11/12:451 ff.

 

Fuchs, Heinrich, 1976. Die österreichischen Maler der Geburtsjahrgänge 1881-1900. Bd. 1, A-L:143. Wien

 

Katalog Steierische Kunstschau, 1925. Graz

 

Katalog der 3. Jahresausstellung der Grazer Sezession 1926. (Lag nicht vor. Seine Teilnahme an der Ausstellung ist durch einen Brief von Elisabeth Krausz vom 26.10.1926 belegt).

 

Katalog der 6. Jahresausstellung der Grazer Sezession 1930. (Lag nicht vor, s. Aldrian a.a.O.:4)

 

Katalog der Gedächtnisausstellung/7. Jahresausstellung der Grazer Sezession 1931. (Darin befindet sich eine Auflistung aller ausgestellten Arbeiten mit Betitelung und Entstehungsjahr)

 

Katalog Kunsthalle Bern, Österreichische Ausstellung Kunst/Kunstgewerbe Febr.-April 1931

 

Katalog der Jubiläumsausstellung zum zehnjährigen Bestehen der Sezession 1933. (Lag nicht vor, s. Aldrian a.a.O.:5)

 

Katalog der Ausstellung des Grazer Stadtmuseums 1952. (Lag nicht vor, möglicherweise im Zusammenhang mit der Eröffnung des Künstlerhauses 1952)

 

Krausz, Elisabeth, 19. August 1949. Typoskript nach Mitteilung von ihr. Darin wird erwähnt, dass „das Hauptwerk ... durch Nachkriegsereignisse in Kärnten beim Rücktransport nach Österreich vernichtet“ wurde. (Mappe Emil Krausz im Künstlerarchiv in der Neuen Galerie)

 

Krausz, Elisabeth, Brief vom 12.1.1970 aus London an Franz Krausz, Tel Aviv. Erwähnung, dass die Gestapo die Bilder in Triest beschlagnahmt hat (Original bei Michael Krausz, Tel Aviv).

 

Krausz, Elisabeth, o.J., ca. 1989, kurz vor ihrem Tod verfasst. Handschriftlicher (kurzer) Lebenslauf Emil Krausz mit dreiseitiger Auflistung von Käufern seiner Bilder. Sie erwähnt darin nochmals, dass die Bilder durch die Gestapo beschlagnahmt wurden (Original bei Michael Krausz, Tel Aviv).

 

List, Rudolf, 1972. Kunst und Künstler in der Steiermark:440. Ried am Inn

 

Möbius, Martin Richard, o.J.. Der Maler Emil Kraus. Berlin (Typoskript. NL Franz Krausz)

 

Österreichisches Biographisches Lexikon, 1968. Bd. 4:223

 

Österreichische Kunst, April 1933. Monatszeitschrift für Bildende und Darstellende Kunst, Architektur und Kunsthandwerk. Heft 4/4. Jahrgang. Wien

 

Thieme, Ulrich/Becker, Felix/Vollmer, Hans, 1999. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Studienausgabe. Bd. 21:445, Leipzig

 

Thöny, Wilhelm, 25.4.1931. Eröffnungsrede zur Gedächtnisausstellung Emil Krausz.

7. Jahresausstellung der Sezession Graz (Typoskript. NL Franz Krausz)

 

Volkszeitung Wien, 19.12.1926. (Lag nicht vor)

 

Vollmer, Felix. 1999. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Studienausgabe. Bd. 3:113. Leipzig

 

 

Bearbeitungsstand: September 2005/Elke Lummer, Köln